dju OWL

Kampf um die Zukunft des Heinrich-Hansen-Hauses

Kampf um die Zukunft des Heinrich-Hansen-Hauses

dju Ostwestfalen-Lippe

Gegen die geplante Schließung des traditionsreichen gewerkschaftlichen ver.di-Bildungszentrums Heinrich-Hansen-Haus in Lage Hörste machen Ehrenamtliche, Vorstände und Mitglieder mobil. Bezirksvorsitzende Stephie Karger (Herford-Minden-Lippe) hat für Mittwoch, 4. März, ab 17 Uhr zur Solidaritätskundgebung vor dem Gebäude aufgerufen. Anlass ist der Besuch der ver.di-Bundesvorstandsmitglieder Dina Bösch und Frank Werneke, die dem Betriebsrat, den Mitarbeitern und den Bezirksvorständen die Schließungsempfehlung des Bundesvorstandes erläutern. Der gibt vor allem die angeblich erforderlichen rund drei Millionen teuren Investitionen in den Brandschutz des Hauses als Grund  für die Schließung an.

Offenbar soll das Aus für die Bildungsstätte schnellstmöglich besiegelt werden (es wäre nach Springen die zweite aus dem Bestand der früheren IG Druck und Papier): Schon am 9. und 10. März soll der Gewerkschaftsrat darüber befinden. Den Druck zur Entscheidung erhöht Berlin offensichtlich auch durch die Behauptung, wenn die Investitionsvorhaben nicht durch Bauanträge bereits in diesem Jahr beginnen, würde das Bildungszentrum zum 1. Januar 2016 per amtlicher Verfügung geschlossen. "Das ist Quatsch", urteilen Kenner der Materie.

Die Gremien in der Region verlangen aber zunächst eine schnelle und offene Vorlage aller Daten und Fakten, um auf dieser Basis einen Plan zum Erhalt der Einrichtung aufstellen zu können. "Das Heinrich-Hansen-Haus kann gerettet werden", sagt Bezirksvorsitzende Stephie Karger. Sie wird von ihrem Kollegen Jürgen Schulz (Bielefeld/Paderborn) massiv unterstützt.

Die Mitglieder des Gewerkschaftsrates sollen davon überzeugt werden, ihren Beschluss über die Zukunft von Hörste zumindest zurückzustellen: "Das Haus muss eine Chance haben", heißt es aus den Bezirksvorständen.

Die Linke im Lipper Kreistag will das Thema auf die Tagesordnung setzen und für die Unterstützung aller Institutionen werben, die für die Weiterführung des Hauses bedeutsam sind.

Der Bezirksvorstand der dju in ver.di Ostwestfalen-Lippe appelliert ebenfalls an den Gewerkschaftsrat, eine Entscheidung über Hörste zurückzustellen, damit Alternativen ernsthaft geprüft werden. "Wir sind bestürzt und verwundert darüber, dass nun offenbar sehr schnell Fakten geschaffen werden sollen, ohne dass ernsthaft Alternativen geprüft wurden, ohne dass die Beschäftigten, die Ehrenamtlichen und die Gremien rechtzeitig einbezogen wurden", sagt der dju-Bezirksvorsitzende Frank Bell.

3. März 2015