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Rententagung Ostwestfalen-Lippe

Rente muss reichen

Rententagung Ostwestfalen-Lippe

Am 5. April 2017 sind mehr  als 200 Betriebsräte, Personalräte, sowie interessierte Gewerkschaftsmitglieder der Einladung von DGB und Einzelgewerkschaften nach Bielefeld gefolgt, um sich intensiv mit dem Thema Rente auseinanderzusetzen.

Eine öffentliche Debatte über die Zukunft der Alterssicherung ist längst überfällig – wir brauchen einen Kurswechsel in der Rentenpolitik, sonst werden aufgrund des sinkenden Rentenniveaus Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer massenhaft im Alter einen sozialen Abstieg erfahren, so der Grundtenor der Veranstaltung.

Rente soll nicht nur zum Überleben reichen, Rente muss ein gutes Leben absichern und auch im Alter die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Am Ende eines Arbeitslebens darf nicht die entwürdigende Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung stehen.

Nach der Begrüßung und kurzem Input durch die stellvertretende Vorsitzende des DGB in NRW, Frau Dr. Sabine Graf, beleuchtete Dr. Florian Blank, Referatsleiter Sozialpolitik WSI, das Thema aus wissenschaftlicher Sicht. ver.di Bundesvorsitzender Frank Bsirske, leidenschaftlicher Verfechter für eine zukunftssichere Rente, referierte die gewerkschaftspolitischen Anforderungen. Ergänzt wurden die beiden Inputreferate durch eine Übersicht zu den Neuerungen in der betrieblichen Altersversorgung, durch die 1. Bevollmächtigte der IG-Metall Bielefeld, Ute Herkströter.

In der anschließenden Diskussionsrunde mit den Bundestagsabgeordneten der CDU (Anja Karliczek), SPD (Stefan Schwartze), Bündis 90/Die Grüne (Birgit Hasselmann), DIE LINKE (Inge Höger) wurde noch einmal ganz deutlich, dass das Armutsrisiko in Deutschland deutlich gestiegen ist und eine Anhebung der Renten nur ein Baustein darstellt. Deutschland hat einen der größten Niedriglohnsektoren in Europa, niedrige Löhne führen aber selbst bei einer durchgehenden Erwerbsbiographie direkt in die Altersarmut. Die Lebensrealität der Menschen ist aber zunehmend eine Erwerbsbiographie, die durch Brüche, wie zum Beispiel Zeiten der Arbeitslosigkeit, Teilzeit, Elternzeit oder erst später Einstieg in gut bezahlte Jobs gekennzeichnet ist.

ver.di Bundesvorsitzender Frank Bsirske ließ Zahlen sprechen: Mit einer Lebensarbeitszeit von 45 Jahren und einem Brutto-Entgelt von 2500,-€ erhält man bei einer Absenkung des Rentenniveaus auf 43% (ab 2030 geplant), eine Rente vor Steuern in Höhe von 906,-€. Wer „nur“ 30 Jahre gearbeitet hat bekommt 604,-€ und ist damit schon auf Aufstockungsleistungen angewiesen.

Am Ende steht die klaren Forderung aller DGB Gewerkschaften, einen deutlichen Kurswechsel bei der Politik einzufordern.

Rententagung OWL 05.04.2017 ver.di Bielefeld/Paderborn Rententagung OWL 05.04.2017
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